„Traumberuf“ Schrotthändler?

Schrotthändler

Das ist er sicher nicht, aber ein Beruf mit Perspektive, welcher – relativ krisensicher – hervorragende Zukunftsaussichten verheißt. Der Begriff „Recycling“ ist seit langem mehr und mehr ins Bewusstsein gerückt, da natürliche Ressourcen knapper und die ökologischen Belange immer wichtiger werden. Wiederverwertung betreibt der Mensch seit Urzeiten, in dem er beispielsweise nicht mehr gebrauchsfähige Gegenstände einschmilzt und daraus neue fertigt. Die moderne Recyclingindustrie handelt in diesem Sinne: ob Aluminium, Kupfer, Eisen und Buntmetalle – die Nachfrage nach „verbrauchten“ Teilen ist gewaltig und wächst weiter.

Auch der Diebstahl boomt

Eine unerfreuliche Begleiterscheinung: Leider hat sich auch der Diebstahl in dieser Richtung rasant weiter entwickelt. Es bedarf nicht nur verstärkter Absicherung, was die eigene Ware anbelangt, sondern es sind die Angebote gewissenhaft zu prüfen, solche auszusondern, die offensichtlich aus ungesetzlichen Machenschaften stammen und gegebenenfalls rechtliche Schritte einzuleiten. Ein klassisches Beispiel wäre die Offerte einer größeren Menge von Kupferkabel, das allem Anschein nach aus dem Vorrat eines Fernmeldeunternehmens stammt und womöglich von einer Baustelle entwendet wurde. Es sollte nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass der Ankauf von Diebesgut auch bei Fahrlässigkeit strafbar sein kann. Man schätzt, dass der Verlust durch Diebstahl in der Altmetall-Branche monatlich mindestens eine halbe Million Euro beträgt.

Wissenswertes in Kürze

Schrott ist ein sogenannter Sekundärrohstoff. Er fällt an als Altschrott beim Abwracken von Autos oder anderen Fahrzeugen, aber auch in der Industrie als Neuschrott beim Produktionsprozess in Form von Spänen und Verschnittresten. Weltweit wurden im Jahre 2016 circa 650 Mio. Tonnen verbraucht.

 

Der Verband Deutscher Metallhändler e. V., weist nachdrücklich auf die eminent wichtige Funktion der Schrotthändler hin, ohne deren Wirken ein Recycling im gegebenen  Ausmaß nicht möglich wäre. Vom Kleinbetrieb bis zu großen Recyclingunternehmen, vom Ausschlachten einzelner Autos auf dem Schrottplatz bis zum Aufkaufen großer Mengen von Altmetall – jeder in seiner Position ist Teil einer gigantischen Industrie, die Milliarden umsetzt. Urban Mining, wie man international das Recycling auch nennt, hat inzwischen seinen gewichtigen Platz im gesamten Herstellungsprozess moderner Volkswirtschaften. Bei vielen Metallen übersteigt der aus Wiederverwertung gewonnene Anteil bereits die Menge des aus klassischem Erzabbau geförderten. Neben der Schonung der natürlichen Ressourcen spricht besonders die Energiebilanz für die Verwendung von Metallschrott: Sie beziffert sich mitunter nur auf einen Bruchteil dessen was bei neu geförderten Metallen anfiele. Ein besonders deutliches Beispiel bietet hier Aluminium mit lediglich einem Zwanzigstel des sonst erforderlichen Energieeinsatzes beim Recycling. Ein weiteres Argument für die Wiederverwertung bietet auch der Reinheitsgrad der zum Einsatz kommenden Ware: Ein Beleg hierfür ist Kupfer, bei welchem es keinen Unterschied zwischen beiden Kategorien gibt.

 

Der Job des Schrotthändlers erfordert natürlich Fachkenntnisse: Wie kann ich zum Beispiel Metalle unterscheiden? Natürlich nicht nur an der Farbe, sondern unter anderem am Gewicht, am Magnetismus, an der Funkenfarbe und – durch die Erfahrung! Auch muss der Aufkäufer über die wichtigsten Marktpreise und deren börsennotierte Schwankungen  informiert sein, um den Wert der entsprechenden Marge ermitteln zu können. Der Verband Deutscher Metallhändler e. V., bietet Fortbildungskurse für diese Branche an, die Autoverwertung Düsseldorf kann hier entsprechende Informationen geben.

 

Es gibt kein offizielles Berufsbild des Schrotthändlers mit festgelegter Ausbildung, sondern es handelt sich bei den etablierten Vertretern dieses Metiers zumeist um Fachleute aus verschiedenen handwerklichen Berufen oder auch um Kaufleute aus dem Handel, in Kleinunternehmen auch teilweise ungelernte Kräfte. Die erforderliche Aus- und Fortbildung erfolgt dann vor Ort im Betrieb, abhängig von der Unternehmensgröße und der einzunehmenden Position. Bei einem Angestelltenverhältnis in einem größeren Betrieb liegt die Arbeitszeit wohl überwiegend im normalen Rahmen um die 40 Stunden pro Woche, während der Kleinunternehmer, der mit „Leib und Seele“ seiner Aufgabe nachgeht, häufig auch an Wochenenden im Einsatz ist. Gleichermaßen unterschiedlich ist zwangsläufig der Verdienst, der - die Nachfrage bestimmt auch hier den Preis – durchaus beträchtlich sein kann.

Fazit

Die Schrottverwertung ist zu einem überaus bedeutsamen Industriezweig geworden,  Metallrecycling, heute eine Selbstverständlichkeit, zu einer regelrechten Wissenschaft. Der Begriff „Nachhaltigkeit“ rückt immer weiter ins Bewusstsein und wird hier auf beispielhafte Weise praktiziert mit weiter steigender Bedeutung. Der Kreislauf ist nahezu vollkommen, da Metall immer wieder eingeschmolzen werden kann, ohne an Qualität zu verlieren. Und es ist noch immer Potenzial vorhanden, wenn Informationen zutreffen, dass etwa 80% der in Deutschland ausgemusterten Autos nicht wiederverwertet, sondern ins Ausland exportiert werden. In Deutschland  werden bereits 45%  der Stahlproduktion aus Schrott gewonnen, eine weitere Expansion ist also machbar.